Wie gelingt Beteiligung?

Obwohl viele Wege zum Ziel führen, führen manche auch in die Sackgasse oder verlaufen im Sande. Beteiligungslust sollte nicht zum Demokratiefrust werden, denn dafür ist das Engagement aller Beteiligten viel zu wertvoll! Deshalb lohnt es sich, in Beteiligungsprozessen von Beginn an auf einige wenige Qualitätskriterien zu achten, die wesentlich zum Gelingen beitragen. Im Folgenden haben wir für Sie die wichtigsten Qualitätsprüfsteine zusammengefasst:

  • Beteiligung ist ernst gemeint ...

    Beteiligung ist ernst gemeint ...

    Beteiligung von Mädchen und Jungen muss politisch gewollt sein. Dies bestätigen auch die Erfahrungen aus dem Landesprojekt "Gelingende Beteiligung vor Ort". Ohne den politischen Willen verläuft jedes noch so kreative Beteiligungsprojekt im Sande.

    • Dies beinhaltet, dass es realen Spielraum gibt, etwas zu entscheiden: Entweder wird die Entscheidungsmacht ganz an das Beteiligungsprojekt übertragen, d. h. dass die Entscheidung der Kinder und Jugendlichen bindend ist und andere Instanzen Macht abgeben müssen. Die andere Möglichkeit ist, Entscheidungen und Vorschläge aus Beteiligungsprojekten zur Grundlage für weitere Entscheidungen zu machen. Dann ist es wichtig, die mitwirkenden Kinder und Jugendlichen auch gezielt über die getroffene Entscheidung und die Gründe dafür zu informieren. Ihnen kann auch die Möglichkeit gegeben werden, ihre Standpunkte und Vorschläge selbst im Gemeinderat vorzutragen.
    • Auch wenn es etwas zu entscheiden gibt, gibt es in der Regel eine Spannung zwischen dem, was alles Wünschbar ist und dem Realisierbaren. Kinder und Jugendliche zu beteiligen bedeutet dann, deutlich zu machen, was im Rahmen der Möglichkeiten erreicht werden kann.
    • Wenn Beteiligung ernst gemeint ist, stehen ihr auch die entsprechenden finanziellen und personellen Mittel zur Verfügung. Dazu gehört die kontinuierliche Unterstützung durch Fachkräfte, die spezielle zeitliche Ressourcen dafür zur Verfügung haben und sich auch zu diesem Thema weiter fortbilden können. Oft ist es sinnvoll, sich Unterstützung z. B. durch eine Moderation von außen zu holen, die den Projektprozess begleiten kann.

    Check:

    • Ist ein Beteiligungsprojekt wirklich politisch gewollt?
    • Stehen Verantwortliche aus Politik und Verwaltung hinter dem Projekt und sind sie bereit, Ergebnisse auch umzusetzen?
    • Gibt es einen Entscheidungsspielraum?
    • Ist das Projekt finanziell und personell abgesichert?


    Quellen:

    Dinger, Gerhard/Franke, Björn 2004: Der Aufmischer. Einmischen – mitmischen – aufmischen. Ein Jugendhilfeplanungsprojekt des Kreisjugendrings Rems-Murr e. V. Tübingen, insbes. S. 116-158
    Brunsemann, Claudia/ Stange, Waldemar/ Tiemann, Dieter 1997: mitreden – mitplanen – mitmachen. Kinder und Jugendliche in der Kommune. Berlin, S. 22-25
    Landesjugendring Baden-Württemberg e. V. (Hg.) 1997: Leitfaden Partizipation. Viele Wege – ein Ziel. Stuttgart, S. 40

  • Beteiligung nimmt Kinder und Jugendliche ernst ...

    Beteiligung nimmt Kinder und Jugendliche ernst ...

    Beteiligungsprojekte nehmen Kinder und Jugendliche als Expert/-innen in eigener Sache ernst. Ihnen Entscheidungsmacht einzuräumen bedeutet dann nur, ihnen ihren Teil Einfluss einzuräumen, der ihnen als Teil der Gesellschaft zusteht.

    • Kinder und Jugendliche dürfen nicht instrumentalisiert werden, z. B für Sekundärziele wie parteipolitische Rekrutierung oder machtpolitische Spielchen. Dafür haben sie ein sehr feines Gespür.
    • Wer Kinder und Jugendliche ernst nehmen möchte, muss ihre Unterschiedlichkeiten (z. B. in Bezug auf Geschlecht oder Alter) und auch ihren jeweiligen Entwicklungsstand berücksichtigen bei der Auswahl von Themen, Methoden und Unterstützungsleistungen. Vielfach müssen die vorhandenen Muster kreativ und flexibel angepasst werden.
    • Der Einsatz von Kinder und Jugendlichen in Beteiligungsprojekten verdient Anerkennung.
    • Inhalt und Form von Beteiligung orientieren sich immer an den Interessen der Kinder und Jugendlichen.

    Check:

    • Steht die Befragung der Mädchen und Jungen nach ihren Zielen und Interessen am Anfang des Beteiligungsprojekts?
    • Erfahren die Kinder und Jugendlichen Anerkennung?


    Quellen:

    Dinger, Gerhard/Franke, Björn 2004: Der Aufmischer. Einmischen – mitmischen – aufmischen. Ein Jugendhilfeplanungsprojekt des Kreisjugendrings Rems-Murr e. V. Tübingen, insbes. S. 116-158
    Brunsemann, Claudia/ Stange, Waldemar/ Tiemann, Dieter 1997: mitreden – mitplanen – mitmachen. Kinder und Jugendliche in der Kommune. Berlin, S. 22-25
    Landesjugendring Baden-Württemberg e. V. (Hg.) 1997: Leitfaden Partizipation. Viele Wege – ein Ziel. Stuttgart, S. 40

  • Beteiligung ist niederschwellig ...

    Beteiligung ist niederschwellig ...

    Möglichst vielen Mädchen und Jungen unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher sozialer Herkunft, Schulbildung, Nationalität, persönlicher Fähigkeiten und Grenzen soll der Zugang für ein Engagement in „eigener Sache" ermöglicht werden.

    • Nehmen Sie bei Ihrer Planung möglichst viele verschiedene Mädchen und Jungen in den Blick
    • Beteiligungsprojekte sind einladend, machen Spaß und wirken motivierend. Es darf nicht sein, dass Kinder und Jugendlichen eine Hürde überwinden müssen, bevor sie mitbestimmen dürfen! Was Kinder und Jugendliche, Jungen und Mädchen im Einzelnen als Hürde empfinden, variiert. Auf jeden Fall sollten keine Anforderungen in Form von bestimmten Grundkenntnissen oder (Kommunikations-)Fähigkeiten verlangt werden.
    • Die Arbeitsformen sind kinder- und jugendgemäß und die Kommunikation ist partnerschaftlich


    Check:

    • Werden Kinder und Jugendlichen motivierend zum Beteiligungsprojekt eingeladen?
    • Werden Methoden ausgewählt und angepasst, in denen die Kinder und Jugendlichen mitbestimmen können?
    • Entspricht die Form der Kommunikation den Fähigkeiten und Wünschen der Kinder und Jugendlichen?

     

    Quellen:

     

    Dinger, Gerhard/Franke, Björn 2004: Der Aufmischer. Einmischen – mitmischen – aufmischen. Ein Jugendhilfeplanungsprojekt des Kreisjugendrings Rems-Murr e. V. Tübingen, insbes. S. 116-158
    Brunsemann, Claudia/ Stange, Waldemar/ Tiemann, Dieter 1997: mitreden – mitplanen – mitmachen. Kinder und Jugendliche in der Kommune. Berlin, S. 22-25
    Landesjugendring Baden-Württemberg e. V. (Hg.) 1997: Leitfaden Partizipation. Viele Wege – ein Ziel. Stuttgart, S. 40

  • Beteiligung findet kontinuierlich statt ...

    Beteiligung findet kontinuierlich statt ...

    Beteiligung findet kontinuierlich und altersangemessen statt, denn nur so erfahren Kinder und Jugendliche, dass es einen Sinn hat, sich für sich selbst und andere einzusetzen.

    • Beteiligung von Kindern und Jugendlichen als gesellschaftliche und politische Querschnittsaufgabe braucht nachhaltige Strukturen, in denen Beteiligung (in welcher Form auch immer) kontinuierlich und vielfältig möglich ist. Die rechtliche Verankerung in Geschäftsordnungen von Gemeinde- und Stadträten ist ein Weg. Ein anderer Weg ist die Aushandlung von Verfahren in den unterschiedlichen Ressorts, die Mitsprache, Mitwirkung, Mitbestimmung und Mitentscheidung von Mädchen und Jungen sicher stellen.
    • Beteiligung ist ein Recht der Kinder und Jugendlichen als Teil der Gesellschaft und nicht ihre Pflicht. Auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen wird Teilhabe gewährt bevor Leistungen verlangt werden. Wenn Kinder und Jugendliche schwer zu motivieren sind, ist das nicht als "Sättigung" zu interpretieren, sondern vielmehr als Hinweis zu verstehen, über neue Formen, Methoden und Zugänge nachzudenken, zu prüfen, ob die angebotenen Beteiligungsstrukturen für die aktuelle junge Generation noch passend sind.
    • Unerlässlich ist die kontinuierliche Beratung, Betreuung und Begleitung der Beteiligungsprojekte durch Fachkräfte. Diese gewährleisten die Kontinuität, die Kinder und Jugendliche selbst nur bedingt einbringen können.
    • Kontinuität der Beteiligung heißt aber nicht, dass immer nur eine Methode oder Form angewendet werden darf. Es ist wichtig, die Methoden und Formen immer wieder auf ihre Angemessenheit zu prüfen.

     

    Check:

    • Ist Beteiligung dauerhaft angelegt?
    • Wird die Angemessenheit der Beteiligungsmethoden regelmäßig überprüft?
    • Ist die kontinuierliche Begleitung durch Fachkräfte gewährleistet?


    Quellen:

    Dinger, Gerhard/Franke, Björn 2004: Der Aufmischer. Einmischen – mitmischen – aufmischen. Ein Jugendhilfeplanungsprojekt des Kreisjugendrings Rems-Murr e. V. Tübingen, insbes. S. 116-158
    Brunsemann, Claudia/ Stange, Waldemar/ Tiemann, Dieter 1997: mitreden – mitplanen – mitmachen. Kinder und Jugendliche in der Kommune. Berlin, S. 22-25
    Landesjugendring Baden-Württemberg e. V. (Hg.) 1997: Leitfaden Partizipation. Viele Wege – ein Ziel. Stuttgart, S. 40

  • Beteiligung ist kooperativ ...

    Beteiligung ist kooperativ ...

    Da Kinder und Jugendliche sich in verschiedenen Sozialräumen bewegen (Schule, Öffentlichkeit, Einrichtungen der Jugendarbeit und Jugendhilfe) macht es Sinn, Beteiligungsprojekte in Kooperation mit den entsprechenden örtlichen Organisationen und Institutionen zu planen. Im Netzwerk geht es einfacher!

    • Nehmen Sie Kontakt mit den in Frage kommenden Kooperationspartnern auf.
    • Treffen Sie konkrete Vereinbarungen (z. B. über finanzielle, personelle, räumliche, technische Ressourcen). Zu Vereinbarungen gehört auch das Recht "Nein" zu sagen. Wenn ein interessante KooperationspartnerInnen aktuell kein Interesse oder keine Ressourcen haben, ist das zu respektieren.
    • Versuchen Sie möglichst früh, die Kinder und Jugendlichen einzubinden.

    Check:

    • Wer könnten Partner (Schritt 1 - Planung) bei einem Beteiligungsprojekt sein?
    • Sind die Aufgaben und Verantwortlichkeiten verbindlich geklärt?
    • Wie werden Mädchen und Jungen bereits bei der Planung beteiligt?

    Quellen:

    Dinger, Gerhard/Franke, Björn 2004: Der Aufmischer. Einmischen – mitmischen – aufmischen. Ein Jugendhilfeplanungsprojekt des Kreisjugendrings Rems-Murr e. V. Tübingen, insbes. S. 116-158
    Brunsemann, Claudia/ Stange, Waldemar/ Tiemann, Dieter 1997: mitreden – mitplanen – mitmachen. Kinder und Jugendliche in der Kommune. Berlin, S. 22-25
    Landesjugendring Baden-Württemberg e. V. (Hg.) 1997: Leitfaden Partizipation. Viele Wege – ein Ziel. Stuttgart, S. 40

  • Beteiligung ist transparent ...

    Beteiligung ist transparent ...

    Der Planungsprozess samt den Zwischen- und Endergebnissen muss in jeder Phase transparent sein: für die Engagierten in den Beteiligungsprojekten, aber auch für die Öffentlichkeit des Stadtteils oder der Stadt.

    • Das gilt zum einen für die Durchführung von einzelnen Veranstaltungen, wo den teilnehmenden Kindern und Jugendlichen mit Hilfe eines Ablaufsplans oder ähnlichem vorgestellt werden kann, was sie erwartet und was von ihnen erwartet wird. Am Ende von Veranstaltungen sollten die Kinder und Jugendlichen immer so konkret wie möglich über die nächsten Schritte und ihre Beteiligungsmöglichkeiten informiert werden.
    • Das gilt zum anderen für die Kommunikation nach außen. Dazu gehört auch die Öffentlichkeitsarbeit: Die beteiligten Kinder und Jugendlichen müssen regelmäßig eine öffentlichkeitswirksame Form ihres Tuns wahrnehmen, z. B. in Form von Pressemitteilungen (Fotos, O-Töne), oder Stellwänden in Schulen. Es ist wichtig, dass dies zeitnah geschieht, da Kinder und Jugendliche nicht unbedingt über Langmut verfügen und sehen wollen, wie sich ihr Engagement auszahlt.
    • Öffentlichkeitsarbeit ist eine Form von Anerkennung, die besonders für die Motivation von Kindern und Jugendlichen bedeutend ist.
    • Dass Kinder und Jugendliche nicht unbegrenzt über Langmut und Ausdauer verfügen und sich ihre Interessen und Lebenswelten teilweise rasant ändern, sollte auch insgesamt in der Zeitstruktur von Beteiligungsprojekten berücksichtigt werden. Dazu gehört auch, bestehende Projekte und Formen immer wieder zu überprüfen.

    Check:

    • Sind die angebotenen Projekte und Formen noch angemessen?
    • Welche Themen unseres Projektes sind öffentlichkeitswirksam?
    • Kann ein Medienpartner frühzeitig für das Projekt gewonnen und eingebunden werden?
    • Nehmen die Kinder und Jugendlichen die Öffentlichkeitsarbeit wahr? Ist sie angemessen? Fühlen sich die Kinder und Jugendlichen anerkannt?
    • Werden Methoden gewählt, mittels derer Kinder und Jugendlichen bei den einzelnen Veranstaltungen immer den Durchblick haben und sich nicht langweilen oder "abhängen"?

    Quellen:

    Dinger, Gerhard/Franke, Björn 2004: Der Aufmischer. Einmischen – mitmischen – aufmischen. Ein Jugendhilfeplanungsprojekt des Kreisjugendrings Rems-Murr e. V. Tübingen, insbes. S. 116-158
    Brunsemann, Claudia/ Stange, Waldemar/ Tiemann, Dieter 1997: mitreden – mitplanen – mitmachen. Kinder und Jugendliche in der Kommune. Berlin, S. 22-25
    Landesjugendring Baden-Württemberg e. V. (Hg.) 1997: Leitfaden Partizipation. Viele Wege – ein Ziel. Stuttgart, S. 40

  • Wenn und aber ...

    Wenn und aber ...

    Die häufigsten „Wenn und Aber", der Mitbestimmung auszuweichen – und was man dem entgegenhalten kann:

    „Das lässt sich doch mit Kindern nicht verwirklichen, die sind doch davon überfordert."
    Es ist in der Tat ein wichtiger Gesichtspunkt, die Kinder und Jugendlichen nicht zu über- , aber auch nicht zu unterfordern. Hier kommt es auf die Auswahl der passenden Herangehensweisen und Methoden an. Es ist auch hilfreich, Kinder und Jugendliche möglichst früh in den Planungsprozess einzubinden, dann können sie bereits über die Methodenauswahl mitbestimmen.

    „Wenn wir Kinder und Jugendliche mitbestimmen lassen, dann nutzen die das schamlos aus!"

     

    Mitbestimmung heißt auch, die Kinder und Jugendlichen in die Verantwortung zu nehmen und ihnen beispielsweise offen zulegen, welche finanziellen Mittel zur Verfügung stehen oder welche Risiken ein Projekt hat. Die Erfahrungen zeigen außerdem, dass die Wünsche Kinder und Jugendlicher oft gar nicht so spektakulär sind und oftmals mit geringem finanziellem Aufwand erfüllt werden können.

    „Die Kinder und Jugendlichen in unserer Gemeinde waren doch bisher ohne Mitbestimmung auch ganz zufrieden."

     

    Wenn Kinder und Jugendliche bisher nicht beteiligt sind, woher kann man dann wissen, ob sie zufrieden sind? Kinder und Jugendliche sind selbst in der Lage zu beurteilen, was für sie richtig ist. Sie sind Fachleute in allen sie betreffenden Fragen. Erwachsene können das nicht besser.

    „Für Kinder und Jugendliche ist Mitbestimmung doch nur lästig, wenn sie da ewig rumdiskutieren müssen."

     

    Gerade damit Kinder und Jugendliche nicht „ewig herumdiskutieren" müssen (was ja auch vielen Erwachsenen nicht unbedingt Spaß macht, insbesondere wenn es zu keinem Ergebnis führt), sollten kreative und anregende Methoden ausgewählt werden, die zu einem greifbaren Ergebnis führen. Vor allem müssen Kinder und Jugendliche wissen, welchen Entscheidungsspielraum sie haben, also worüber es überhaupt „lohnt" zu diskutieren.

    „Wir fordern doch ständig Beteiligung, aber die Jugendlichen wollen einfach nicht."

     

    Wenn ein Modell oder ein Projekt nicht (mehr) funktioniert, heißt das nicht, dass Beteiligung grundsätzlich nicht klappt bzw. die Mädchen und Jungen nicht interessiert. Es ist eher ein Hinweis darauf, dass es nötig ist, die Themen- und Methodenauswahl zu überprüfen und zu verändern.

    „Ich wurde auch nie gefragt, was ich denn will und das hat mir auch nicht geschadet."

     

    Heutzutage werden an Kinder und Jugendliche vielfältige Anforderungen gestellt, die ihnen bereits früh vielfältige Entscheidungen abfordern. Es ist wichtig, dass Jungen und Mädchen früh lernen, ihr Leben „in die Hand zu nehmen", dass sie Lust auf „Einmischung" bekommen und bereit sind, Verantwortung zu übernehmen.
    Ansonsten wissen Sie es ja bereits: Es gibt mindestens sieben triftige Gründe, warum Beteiligung sinnvoll ist …

    „Eigentlich brauchen wir so etwas wie Partizipation von Kindern und Jugendlichen überhaupt nicht. Wir wissen auch so, was am besten ist."

     

    Kinder und Jugendliche sind Fachleute, was Themen angeht, die sie betreffen. Erwachsene wissen da nichts besser. Fehlender politischer Wille, mangelndes Interesse und fehlende Entscheidungsspielräume sind allerdings das Ende jedes Partizipationsprozesses. Unter diesen Umständen könnte man es wirklich bleiben lassen.

    „Wenn wir schon die Kinder und Jugendlichen beteiligen, dann darf das aber nichts kosten, und Fachkräfte in den Jugendhäuser haben wir sowieso, die sollen das nebenher mitmachen."

     

    Die Durchführung von Projekten und Modellen der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen ist nicht umsonst. Sie ist aber auch kein „Privatvergnügen", sondern gesetzlich vorgesehen. Die kontinuierliche Begleitung durch Fachkräfte, die auch genügend Zeit dafür haben, ist notwendig.