Wie geht Beteiligung?

Sie wissen es bereits: Ein Patentrezept für Beteiligung gibt es leider (oder Gott sei Dank!) nicht, da gelingende Beteiligung immer auf die jeweiligen Ideen, Wünsche und Interessen von Kindern und Jugendlichen und die Situation vor Ort abgestimmt ist. Aber es gibt vier Schritte, die sich für fast jeden Beteiligungsprozess skizzieren lassen:

  • Schritt 1 – Planung ...

    Schritt 1 – Planung ...

    Wie vielfältige Erfahrungen zeigen, ist die Planung von Beteiligungsvorhaben am „grünen Tisch" ohne die davon Betroffenen wenig erfolgreich. Die frühe Beteiligung von Kindern und Jugendlichen, von Haupt- und Ehrenamtlichen aus Jugendarbeit, Verwaltung, Politik und Schule bereits im ersten Planungsschritt ist eine wesentliche Voraussetzung für gelingende Beteiligung für Kinder und Jugendliche vor Ort: Der Planungsprozess wird lebendiger und die Planungsergebnisse sind effektiver.

    Mögliche Ansprechpartner/-innen aus der Jugendarbeit:
    Haupt- und Ehrenamtliche aus Vereinen, Verbänden, Kirchen, lokalen Initiativen, Einrichtungen der Offenen Jugendarbeit, der Mobilen Jugendarbeit, örtlichen Jugendringen, bestehenden Arbeitsgemeinschaften oder Arbeitskreisen ...

    Mögliche Ansprechpartner/-innen aus der Verwaltung:
    Mitarbeiter/-innen aus den Ressorts Stadtplanung, Verkehrsplanung, Soziales, Kultur ...

    Mögliche Ansprechpartner/-innen aus der Politik:
    Stadt- und Gemeinderäte/-innen, Bürgermeister/-innen, Ortschaftsräte/-innen ...

  • Schritt 2 – Interessenerkundung ...

    Schritt 2 – Interessenerkundung ...

    Da Kinder und Jugendliche nicht immer gleich den zuständigen Verantwortlichen sagen, wo der Schuh drückt, und sie häufig den Eindruck erwecken, gar nicht zu wissen, was sie eigentlich wollen, werden feinfühlige Methoden gebraucht, um den Interessen von Kindern und Jugendlichen auf die Spur zu kommen. Hierzu ist es zunächst wichtig, mit Kindern und Jugendlichen in Kontakt zu kommen, sich auf den Weg zu den Mädchen und Jungen zu machen, sie an den Orten zu besuchen, wo sie sich aufhalten.

     

    Methoden der Interessen- und Sozialraumerkundung

    Mal ehrlich: Haben Sie auf die Schnelle eine Antwort auf die allgemeine Frage, was Sie eigentlich wollen? Und: Haben Sie Lust, über diese Frage nachzudenken? Wenn nicht, dann geht es Ihnen wie den Kindern und Jugendlichen, die mit solchen Fragen konfrontiert werden. Allgemeine Fragen haben meist allgemeine Antworten als Ergebnis und helfen wenig weiter, wenn man an den konkreten Interessen und Wünschen Kinder und Jugendlicher (oft unter der „Oberfläche") interessiert ist. Die hier vorgestellten Methoden der Sozialraum- und Interessenerkundung laden zu kreativen Alternativen zur obigen „Gretchenfrage" ein.

     

     

    Hinweis:
    Die Methoden stammen von der früheren Homepage „Gelingende Beteiligung.de“, die von der Akademie der Jugendarbeit Baden-Württemberg e.V., finanziert durch das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg betrieben wurde.  Ein Großteil stammt wiederum von der Infostelle Kinderpolitik des Deutschen Kinderhilfswerks e. V. und wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Unter www.kinderpolitik.de finden Sie einen Methodenkoffer, der in Verbindung mit den Methodentypen auch die Suche nach weiteren Kriterien wie Alter oder Gruppengröße ermöglicht.

     

    Orte, wo Sie Kinder und Jugendliche treffen ...

    Am besten wäre es, wenn Sie ein paar Kinder und Jugendliche schon in den Planungsprozess und die Steuerungsgruppe mit einbeziehen. Aber spätestens wenn es darum geht, herauszufinden, was Kinder und Jugendliche wollen, ist es nötig, den Kontakt zu ihnen herzustellen. Das geht am einfachsten über die Orte, an denen sich Kinder und Jugendliche häufig aufhalten.

     

     

    Schulen

    Beteiligungsprojekte können nach Absprache mit dem zuständigen Lehrpersonal im Rahmen des Unterrichts oder von Arbeitsgemeinschaften oder von Projektarbeit an Schulen vorgestellt oder - noch besser - gemeinsam mit den Schülern/-innen entwickelt werden (siehe Freiburger Stadtteildetektive).

    • In Pausenhofaktionen können Sie mittels eines Infostands, einer Schreib- und Malwand zu bestimmten Themen, einer Interviewaktion (z. B. Meckermobil) oder ... mit den Mädchen und Jungen ins Gespräch kommen.
    • Falls eine repräsentative Beteiligungsform etabliert werden soll, kann die Schule später als Ort für den Wahlkampf und die Wahl dienen. Es ist allerdings zu beachten, dass sich alle Kandidaten/-innen – wenn nötig – an allen Schulen vorstellen können.
    • In Absprache mit den Schulen (und der Hausmeister/-innen) können ständige Infoflächen mit den aktuellen Information über Beteiligungsprojekte und deren aktuellen Stand angebracht werden.
    • Nicht zuletzt ist Schule selbst ein Ort, an dem Beteiligung geübt werden kann (z. B. Schulhofgestaltung), worauf wir in diesem Rahmen aber nur hinweisen können.

     

    Offene Freizeiteinrichtungen für Kinder und Jugendliche: Jugendtreffs und Jugendhäuser

    • Nehmen Sie sich die Zeit und besuchen Sie einen Nachmittag, einen Abend lang eine Einrichtung. Sehen Sie sich um, beobachten Sie, kommen Sie mit Kindern und Jugendlichen ins Gespräch.

    • In Kooperation mit den haupt- und/oder ehrenamtlichen Mitarbeitern/-innen kann ein Informationsabend zum Thema „Beteiligung" in den Einrichtungen stattfinden.
    • In Kooperation mit den haupt- und/oder ehrenamtlichen Mitarbeitern/-innen können mit den jungen Besuchern/-innen Stadtteilerkundungsprojekte durchgeführt werden.
    • In Absprache mit den Einrichtungen können kreative Infoflächen mit den aktuellen Information über Beteiligungsprojekte und deren aktuellen Stand angebracht werden.

     

    Informelle Treffpunkte: Spielplätze, Bolzplätze, Parks, öffentliche Plätze, Bushaltestellen, Straßenecken ...

    • Machen Sie einen „Spaziergang" durch die Stadt/den Stadtteil: In informellen Gesprächen können Eindrücke gewonnen werden, was die Jungen und Mädchen interessiert, wo sie Veränderungsbedarf sehen und wofür sie sich beteiligen (engagieren) würden. Bieten Sie den Kindern und Jugendlichen einen konkreten Termin und Ort an, an dem die von ihnen angesprochenen Themen weiterdiskutiert/ weitergeplant werden.
    • Die Methode „Meckermobil" eignet sich hervorragend zur Kontaktaufnahme mit Kindern und Jugendlichen an ihren informellen Treffpunkten.

     

    Zu Hause: Der persönliche Brief

    Mit einem persönlichen Brief kann zu einer Jugendeinwohnerversammlung, einem Diskussionsabend, einer Jugendratswahl, einem Ideenwettbewerb, der Planung eines Kinder- und Jugendstadtplans etc. eingeladen werden.

    Der Vorteil dieser Variante ist, dass alle Kinder und Jugendlichen erreicht werden. Erfahrungsgemäß ist der Rücklauf aber nicht immer befriedigend. Es muss besonders auf eine altersgruppengemäße Aufmachung und Ansprache geachtet werden.

     

    Und:

    Es darf nicht vergessen werden, dass sich Kinder und Jugendliche, teilweise vermittelt über Mitarbeiter/-innen in Einrichtungen, selbst melden und Wünsche und Anliegen vortragen. Diese Kinder und Jugendlichen sollten unbedingt kontaktiert werden und in die Steuerungsgruppe mit einbezogen werden.

  • Schritt 3 – Produkte ...

    Schritt 3 – Produkte ...

    Nun geht es daran, die gesammelten Informationen, Ideen und Wünsche in konkrete Aktionen oder Forderung umzusetzen. Bei der Umsetzung eignen sich diese kinder- und jugendgemäßen Methoden für Planungsprozesse besonders gut.

    Methoden für Planungsprozesse

    • Bisoziation (Ideensammlung)

    • Erfindungsspiel

    • Fantasiereise mit Kindern (Thema: Stadtplanung)

    • Klagemauer (Problemdefinition)

    • Pappnasen (Lösungen finden)
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    • Planungssprint (Lösungen entwickeln)

    • Wetterspiel (Interessen formulieren, Lösungen finden)

     

    Moderationsmethoden

     

     

  • Schritt 4 – Dauerhaftigkeit ...

    Schritt 4 – Dauerhaftigkeit ...

    Klären Sie, wie Beteiligung – in welcher Form auch immer – dauerhaft verankert werden kann

     

    Damit Beteiligung kein einmaliges "Highlight" im Leben von Kindern und Jugendlichen bleibt, sondern vielmehr als Querschnittsthema in möglichst vielen Lebensbereichen verankert ist, bedarf es institutionalisierter Verfahren und der kontinuierlichen Begleitung durch Fachkräfte. Mögliche dauerhafte Verfahren finden Sie unter „Was ist Beteiligung > Beteiligungsformen". Wenn Sie sich vorerst für eine Form entscheiden, sollten Sie immer wieder Ihre Auswahl überprüfen und gegebenenfalls auch andere Formen einführen. Und auch wenn solche dauerhaften Verfahren installiert sind, müssen sie immer wieder durch Methoden der Sozialraumanalyse ergänzt werden, da sich Lebensräume wandeln und Kinder und Jugendliche sich verändern.

Jugendgemeinderat online wählen

Die Wahlen zum Jugendgemeinderat bedeuten für die Durchführenden viel Arbeit, Stress – und nicht selten Enttäuschung, weil die Wahlbeteiligung gering ausfiel. Häufig werden Jugendgemeinderatswahlen über die Schulen ausgeführt, manchmal übers örtliche Jugendhaus und in der Regel von der Kommune beworben. In manchen Kommunen entscheidet der Wohnort über die Wahlberechtigung, in anderen ist die Schulzugehörigkeit ausschlaggebend.

Um die Durchführung der Wahl des Jugendgemeinderats zu vereinfachen, wird ein Online-Wahlmodul zur Verfügung gestellt.

Dafür nehmen Sie Kontakt auf mit Heiko Großstück: heiko.grossstueck(at)gmail.com

 

Sie planen die Durchführung der Jugendgemeinderatswahlen und legen fest, welche Informationen zur Verfügung gestellt werden, bereiten diese auf, sodass sie mit Beginn der Kampagne fertig zur Verfügung stehen.

 

Das Online-Wahlmodul unterstützt als Wahlmodi

  • kumulieren
  • panaschieren (meistens nicht notwendig)
  • Gruppierung der Kandidaten nach Schule/Ortsteil (mit Mindestsitzzahl)

Und so geht's:

  1. Von Herrn Großstück erhält die Kommune eine URL-Adresse, über die die Wahl durchgeführt wird. Das ist keine eigene Website, sondern der Zugang zum Wahlmodul. Jede Wahl bekommt also ein eigenes Formular / eine eigene URL.
  2. Die Kommune bestimmt einen für die Online-Wahl Verantwortlichen, der oder die als Administrator fungiert und die individuellen Angaben zur Wahl, beispielsweise die Anzahl der zu vergebenden Sitze, eingibt.
    Dazu zählen außerdem
    • die Eingabe der Kandidatinnen und Kandidaten
    • die Vergabe eines Namens für die Wahl (z.B. JGR-Wahlen in Musterstadt 2015). Wenn Sie ein Logo zur Verfügung stellen, kann das eingefügt werden.
    • das Anfangs- und Enddatum für die Wahlkampagne
    • Anfangs- und Enddatum der Wahldurchführung
    • und die Anzeige des Ergebnisses
    Den Online-Stimmzettel selbst legt Herr Großstück an. Hier sehen Sie, wie ein solcher Stimmzettel aussehen kann.
  3. Zusätzlich können sogenannte Gruppierungen festgelegt werden. Gruppierung meint z.B. die Schulen oder die Teilorte einer Kommune. Ganz nach den Gegebenheiten vor Ort legen Sie fest, wie viele Kandidaten pro Gruppierung berücksichtigt werden sollen.
  4. Es kann ausgewählt werden, ob Stimmen kumuliert werden dürfen und ob panaschiert werden darf.

Gewählt wird über Wahlcodes

Die Liste der Kandidatinnen und Kandidaten wird in den Online-Stimmzettel (Muster) übertragen oder Sie übertragen sie selbst. Die Kommune informiert, wie viele Wahlberechtigte es gibt und erhält eine entsprechende Anzahl an Wahlcodes. Diese Wahlcodes werden über die Kommune oder die Schulen an die Wahlberechtigten verschickt oder ausgegeben und über diesen Wahlcode kann jede/-r einzelne Wahlberechtigte zu ihren/seinen Stimmzettel ausfüllen. Tauschen Wahlberechtigte ihren Code untereinander aus, stellen sie zusätzlich sicher, dass ihre Stimmabgabe geheim ist.

Die Wahlauszählung läuft automatisch, sodass nach Wahlende jederzeit das Ergebnis abrufbar ist.

Während der Wahlwoche und vor allem am letzten Wahltag ist Herr Großstück für Sie per E-Mail oder Telefon jederzeit erreichbar.

 

Kosten fürs Online-Wahlmodul

  • Kommunen bis 50.000 Einwohner bezahlen für die Nutzung für eine Wahldurchführung 250,00 Euro.
  • Kommunen über 50.000 Einwohner bezahlen für eine Wahldurchführung 500,00 Euro.